Oft um Weihnachten schon geschieht es mir, da� ich, auf dem Semmering vom Doppelreiter zum Wolfsbergkogel rodelnd, pl�tzlich das Meer sehe, das blaue Meer. Nur einen Moment lang. Der Wind schneit mich an, die Nadeln zergehen, mich w�ssert in den Augen; und indem ich sie schlie�en mu�, begibt es sich, da� ich das blaue Meer sehe. Die Lider, fest vor dem stechenden Schnee zugepre�t, lassen mich das blaue Meer sehen. Nur einen Moment lang. Schon bin ich wieder wach und erblicke den Eselstein, dr�ben vor mir, im ...
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Oft um Weihnachten schon geschieht es mir, da� ich, auf dem Semmering vom Doppelreiter zum Wolfsbergkogel rodelnd, pl�tzlich das Meer sehe, das blaue Meer. Nur einen Moment lang. Der Wind schneit mich an, die Nadeln zergehen, mich w�ssert in den Augen; und indem ich sie schlie�en mu�, begibt es sich, da� ich das blaue Meer sehe. Die Lider, fest vor dem stechenden Schnee zugepre�t, lassen mich das blaue Meer sehen. Nur einen Moment lang. Schon bin ich wieder wach und erblicke den Eselstein, dr�ben vor mir, im wogenden Grau. Das blaue Meer haben mir blo� meine Lider vorgetr�umt. Nur einen Moment lang. Aber diesen war es in mir da. Und mitten im neblichten Dampf und stachligen Schnee wei� ich jetzt pl�tzlich wieder, da� irgendwo das blaue Meer ist. Und w�hrend ich dann, von der Station den weich verschneiten Berg hinauf, schnaufend meine Rodel schleppe, sagt alles in mir: Blau, blau, blau! Das ist mir wie ein magisches Wort, das alle Sehnsucht stillen kann. Und abends dann, im winterlichen Behagen frottierter F��e in frischen Str�mpfen, wenn im Kamin die gro�en Scheite krachen und ihre roten Zungen zeigen, verfolgt es mich. Immer mit denselben beiden Bildern: ich sehe mich in Mattuglie aus dem Zug steigen und vor mir liegt in der Sonne das blaue Meer da, bis zur Insel Cherso hin; oder ich bin �ber San Giacomo, auf der wei�en Stra�e nach Trebinje, und unten ist das blaue Meer und dr�ben das immergr�ne Lakroma und dann wieder das blaue Meer und �berall das blaue Meer, jauchzend in der Sonne. Immer diese zwei Bilder sind dann bei mir, zum Greifen leibhaft vor mir da. Bis ein gro�es Scheit prasselnd einbricht und mich aufschreckt: das Gesicht zerrinnt, zum Fenster sehen die stillen alten Fichten herein, in ihren wei�en M�nteln.
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